Anleitung für Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht für die Geburt | Teil 1/3

Teil 1  Patientenverfügung

Jede Frau ist eine Gebärerin, auch Du. Was kann eine Patientenverfügung erreichen, damit Dein Kind und Du eine weitestgehend natürliche Geburtserfahrung machen könnt?

In Deinem Körpergedächtnis ist das tiefe Wissen gespeichert, wie Dein Körper ein Kind gut gebären kann. Auch in Deinem Kind ist in den Zellen dieses Wissen gespeichert. Es weiß, wann der richtige Zeitpunkt für es (und für Dich!) ist, dass es sich auf den Weg in unsere Welt macht.

Was Du vor Erstellung Deiner Patientenverfügung wissen solltest

Bevor ich nun zu den einzelnen Punkten für die Patientenverfügung komme, möchte ich mit Dir Erkenntnisse teilen, die im medizinischen System der Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung kaum beachtet werden.
Dies sind die Erfahrungen aus Schwangerschaft und Geburt und deren Auswirkungen auf das Leben der kleinen und großen Menschen, insbesondere wenn sie selbst ein Baby erwarten und zur Welt bringen. Diese frühesten Erfahrungen bleiben im Körper (im impliziten Gedächtnis) gespeichert und reaktivieren sich in der Schwangerschaft und im Geburtsprozess.
In Dir als Schwangere. Das dies gerade passiert, zeigen Dir beispielsweise Stimmungsschwankungen, schlechte Träume, Angst vor der Geburt. Bei den Vätern zeigen sich die Körpererinnerungen an die tief um Unbewussten gespeicherten Erfahrungen aus der vorsprachlichen Zeit wieder auf andere Weise. Vielleicht hattet ihr öfters Konflikte als sonst.
Und auch im Geburtsprozess können sich reaktivierte Erinnerungen an die eigene Geburt und sogar noch weiter zurückliegende Trauma zeigen. Damit Du geschützt bist vor einer unbeabsichtigten Reaktivierung ist es unglaublich wichtig, dass mit Dir und Deinem Baby in der Klinik so vorsichtig gesprochen und umgegangen wird, wie mit einem rohen Ei. 

Ein weitestgehend natürlicher Geburtsprozess bedeutet …

Der Geburtsprozess ist eine Reise, bei dem das Baby die meiste Arbeit macht. Das Baby bringt sich selber auf die Welt. Es drückt auf den Startknopf und stemmt bei jeder Wehe seine Füsschen gegen die Gebärmutter und drückt sich mit all seiner Kraft ab. Damit es das mit Gefühlen von Sicherheit und Geborgenheit machen kann braucht es einen ständigen inneren Kontakt mit Dir. Dein Baby und Dein Körper reagieren auf Deine Gefühle, auch solche, die Du selber gar nicht wahrnimmst. Dein Baby spürt sie und reagiert darauf: Bist Du voller Vertrauen und kann Dich Nichts und Niemand aus Deiner inneren Gebärkraft bringen, strebt es weiter vorwärts. Und Du kannst dir sicher sein, dass Dein Baby einen echten medizinischen Hilfebedarf hat, falls es in der Geburt nicht vorwärts geht. Das sind die 5-10 Prozent der Kaiserschnittgeburten, für die es laut Weltgesundheitsorganisation eine echte medizinische Indikation gibt.    

Was Geburtshilfe sein sollte, aber in Kliniken selten zu sein scheint

Dies ist eine Geburt, während der die Medizin nur bei echter Lebensbedrohung eingreift und Leben rettet. Das ist es, was alle Eltern wollen! Voller Vertrauen darauf, dass sie dies in einer Geburtsklinik bekommen, gehen sie in die Geburt. Gar nicht so selten vollkommen naiv und schlimmer noch: mit einem Wochenend-Crash- oder Onlinekurs schlecht vorbereitet. Geburt in Deutschland bedeutet bedauerlicherweise, dass 93 von 100 Babys während ihrer Geburt seelisch und körperlich verletzt werden durch Geburtseinleitung, Wehenbeschleunigung (sei es durch Öffnung der Fruchtblase oder Chemie), Wehenhemmer, Schmerzmittel, PDA, Saugglocke, Zange, Kristellergriff, unnötige Kaiserschnitte und auch nötige Kaiserschnitte, die Müttern verweigert werden. Man schätzt, dass 50 % der Mütter die Geburt als verletzend, traumatisch erleben. All das willst Du im Vorfeld verhindern, deshalb liest Du dies gerade. Danke, dass Du bis hier gelesen hast und Dich selbstermächtigten willst für Dein Kind und Dich.


Deine GEBURTSSELBSTERMÄCHTIGUNG mit einer Patientenverfügung

Du bist schwanger oder hattest eine belastende Geburt? Dann interessiert Dich vielleicht auch Teil 2 und 3 dieser 3-teiligen Blog-Reihe. Einen Vordruck der von mir eingesetzten Patientenverfügung wirst Du am Ende von Teil 3 dieser Blogreihe als PdF-Download erhalten.

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