Archiv des Autors: Doris Lenhard

13 Anzeichen bei denen Du richtig bist in meiner Eltern-Kind-Krisenberatung

13 Anzeichen, dass Ihr richtig seid in meiner Eltern-Kind-Krisenbegleitung  

Viel seltener sind die ersten Monate mit einem Baby voller Freude und Glück, als es sich werdende Eltern vorstellen. Wenn das eigene Baby oft untröstlich weint, nachts nach ein bis zwei Stunden schreiend wach wie und das seit Wochen und Monaten, fühlen sich Eltern schamvoll als Versager. Sie denken, dass nur ihr eigenes Baby solche Schwierigkeiten macht, oftmals fühlen sie sich wie Versager.  Nein, soviel schonmal vorab: Du hast nichts falsch gemacht. Du hast nicht versagt.  

Die meisten Eltern kommen zu mir, weil sie erschöpft und am Ende sind.  Monatelang haben Sie alles versucht. Komm besser bei den ersten Anzeichen.  Je früher Du mit Deinem Baby kommst, bei den ersten, zweiten oder dritten Schrei- und/oder Schlafproblemen, desto weniger Sitzungen werden wir wahrscheinlich brauchen. Weil wir Deinem Baby helfen, seine körperlichen Anspannungen durch frühes Erkennen schnell aufzulösen. 

13 Anzeichen, bei denen Du besser jetzt Dein Herz und einen Telefonhörer in die Hand nimmst und dich bei mir meldest

  1. Selbst wenn Dein Baby schläft kannst Du selber nicht mehr entspannen.
  2. Tagsüber bist Du todmüde, kannst Nachts aber auch nicht erfolsam schlafen.
  3. Du zweifelst daran, dass Du eine gute Mutter, ein guter Vater bist.
  4. Dein Baby ist für Dich wie ein außerirdisches Wesen, das Du selbst in entspannten Phasen nicht verstehen kannst.
  5. Dein Kind ist ärztlich bestätigt körperlich gesund. Trotzdem schreit es mehrere Stunden am Tag, quengelt, ist unzufrieden, beim Stillen unruhig und die Nächte sind die Hölle.
  6. Du hast das Gefühl, dass Du die Signale Deines Babys nicht verstehst.
  7. Du ertappst Dich bei aggressiven Gefühlen Deinem Kind gegenüber. Vielleicht hattest Du schon den Impuls es während einer Schreiphase zu schütteln.
  8. Dein Partner und Du redet über Eure Sorgen, jedoch aneinander vorbei. Du hast das Gefühl, dass er Dich nicht versteht.
  9. Das Schreien Deines Babys ist Dir so unangenehm, dass Du mit ihm nur noch zu Hause bist.
  10. Mittlerweile fürchtest Du schon Abends den nächsten Schreianfall in der Nacht. Du beginnst zu zittern, wenn Dein Baby schreit. Und kannst Deine Körperreaktionen nicht mehr steuern.
  11. Sobald Dein Baby unzufrieden oder quengelig ist, spürst Du statt Liebe für Dein Kind starke Ablehnungsgefühle.
  12. Du hast schonmal bereut, dass Du überhaupt ein Kind bekommen hast.
  13. Du findest keinen Kontakt mehr zu Deiner warmherzigen Liebe für Dein Kind.

Konntest Du Dich bei einem oder mehreren der 13 Punkte wieder finden?

Dann interessiert Dich nun, wie ich arbeite und bei wem Du mit allem herzlich willkommen bist. Bitte hier einmal klicken

 

Sternenkinder – kostenfreier Online Kongress

Sternenkinder – Boten des Lebens – 
Erster Onlinekongress vom 9. bis 19. Mai 2019

Es ist soweit: Die Tore zum ersten Sternenkinder Onlinekongress sind geöffnet.
Du bist willkommen Dich jetzt mit einem Klick hier anzumelden.

21 ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen und ich schenken Dir heilsame Impulse und Inspirationen. Wir teilen mit Dir unsere ganz persönlichen Erfahrungen.

Sternenkinder, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in der frühen Lebenszeit versterben, hinterlassen in uns Sternenkind-Eltern eine tiefe Spur. Wenn Du selbst betroffen bist, dann hast auch Du erfahren, wie lang, schwer und einsam der Weg durch die Trauer oft sein kann. Mit diesem Verlust einen Umgang und vielleicht sogar irgendwann einen Frieden zu finden – für sich selbst, als Paar und als Familie – ist eine Aufgabe fürs Leben.

Der Tod ist ein Tabuthema, der Tod von Kindern ein Tabu im Tabu. Niemand spricht (gern) darüber, und doch gehört es zum Leben und Familiensystem von so vielen Menschen dazu.

Meine Tochter Karolina starb 1991 in der 19. Schwangerschaftswoche. Fast auf den Tag genau, an dem der Sternenkinder Kongress am 9. Mai beginnt. Wir sprechen über unsere Trauer und auf welche Weise jeder von uns Abschied, Neuorientierung, Heilung gefunden hat. Und wie es dann weiterging, als der Kinderwunsch wieder erwachte und wieder ein Baby zu uns kam.

Kinderwunsch & Folgeschwangerschaft

Der Kongress „Sternenkinder – Boten des Lebens – Aus der Trauer in deine neue Kraft“, den Marika Ratthei vom 09. bis 19. Mai 2019 veranstaltet, schafft einen einzigartigen Raum, in dem die Trauer der Betroffenen genauso Platz hat wie auch heilsame Impulse, die Mut und Inspiration schenken.

22 ExpertInnen, darunter Hardy Krüger Junior, Anne Vonjahr, Thomas Young, Helga Schmidtke, Andreas Goldemann, Ilan Stephani, Birgit Rutz, Lea Hamann, Namiah Bauer, Dami Charf, Romen Banerjee, Michaela Mogath, Heidi Blohmann, Katharina Nestelberger, Doris Lenhard, Roland Kachler
u.v.m. teilen ihre ganz persönlichen Erfahrungen zum Thema Sternenkinder.

Der Sternenkinder Kongress geht existentiellen Fragen  nach zu Trauer, Tod, Heilung und Neuorientierung

Erfahre mehr über die Antworten, die Marika Ratthei mit mir und den 21 weiteren ExpertInnen geben zu diesen essentiellen Fragen:

  • Trauern um mein verstorbenes Kind und es (auch) als Geschenk annehmen. Wie geht das?
  • Kann ich mit meinem Kind in der Liebe verbunden bleiben, auch wenn es nun unwiederbringlich fort ist?
  • Wie finden wir im Familiensystem und Jeder von uns auf seine Weise Frieden?
  • Wie bringen wir wieder Leichtigkeit ins Leben und öffnen uns für ein Kind bei Kinderwunsch?
  • Was braucht unser Nachfolgekind, damit es sein kleines Leben frei von der Angst und der Trauer des verlorenen Geschwisters entwickeln kann?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, körperlich, emotional und seelisch zu heilen, um wieder frei und offen für die Fülle des Lebens und vielleicht auch für ein weiteres Kind zu sein?

So kommen die Interviews zu Dir nach Deiner Anmeldung?

Die berühmte Link-Bestätigungsemail kennst Du bestimmt schon aus anderen Lebensbereichen. Danach schickt Dir Marita jeden Tag eine Email mit dem Experten des Tages, das für 24 Stunden freigeschaltet ist.

Am 12. Mai ab 18 Uhr – Muttertag – schaltet Marita das Interview mit mir frei. Bis zum 12. Mai. Komm so gut wie möglich hinein in den Mai. Ich freue mich auf Dich.

hier gehts nochmal zur Anmeldung

 

Anleitung: Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht für die Geburt

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Eltern aus meiner Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung haben sehr gute Geburtserfahrungen gemacht, nachdem Sie die hier gemeinsam mit mir erarbeitete Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht mit der Klinik besprochen haben.

Die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist umfangreich: 6 Seiten und ein ausführliches Anschreiben. Eltern erarbeiten gemeinsam anhand ausführlicher Hintergrundinformationen zu jedem vor und während der Geburt möglichen Eingriff.

Daher ist eine ausführliche individuelle Beratung und Schulung wichtig.  Momentan erarbeite ich gemeinsam mit Sven Galster ein Online-Programm.

Wenn Dein Geburtstermin bald ist und Du schon vorher einen Vordruck haben möchtest, schreib mir gerne eine Email an info@fachpraxis-doris-lenhard.de.

Gerne schicke ich Dir meine Fassung der Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht nach einer persönlichen Schulung zu.
Ich empfehle allen Eltern, sich um die 20. Schwangerschaftswoche detailliert mit allen Eventualitäten und Gepflogenheiten in deutschen Kliniken und den eingesetzten Chemikalien auseinanderzusetzen.

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Christina Mundlos: Eltern brauchen justiziable Patientenverfügung

 

 

 

33 Anzeichen für ein Geburtstrauma & Hilfe für Dein Baby und Dich

Geburtstrauma

Gibt es Anzeichen, mit denen Du erkennen kannst, ob für Dich die Geburt Deines Kindes
ein Geburtstrauma hinterlassen hat? Was kannst Du nun für Dein Baby und Dich tun? Bei wem bekommst Du gut wirksame Hilfe?

Mit Gewalt in der Geburt befasst sich Christina Mundlos schon länger. Sie hat Bücher dazu geschrieben: Gewalt in der Geburt und Wenn Muttersein nicht glücklich macht.
Aktuell tauschen  Christina Mundlos und ich uns darüber aus, wie die von mir entwickelte Patientenverfügung am Besten für Euch und auch für Hebammen und Ärzte, veröffentlicht werden kann.

Anzeichen für Geburtstrauma bei Frauen

In dem unten verlinkten Blogartikel beschreibt Christina Mundlos Emotionen, Reaktionen und andere Anzeichen, die Geburtstrauma in der Zeit nach der Geburtserfahrung machen können.
ich erinnere mich an eine Klientin, die nach der Geburt ihres Kindes acht Monate lang Alpträume hatte. Ihr Hausarzt fragte sie, wann sie denn das nächste Kind bekommen wolle. Sie brach in Tränen aus. „Mein Hausarzt hat gesagt, ich solle mein Geburtstrauma aufarbeiten“ … so stellte sie sich am Telefon vor. Sie hatte schon mit ihrer Hebamme und ihrer Gynäkologin öfters über ihre Geburtserfahrung gesprochen. Ein paar Tage später kam sie mit ihrem Baby zu mir und erzählte, was sie während der Geburt ihres Babys erlebt hatte. Es wunderte mich leider nicht, als sie am Ende der Stunde sagte, dass sie zum ersten Mal das Gefühl habe, daß sie ernst genommen wird. Leider höre ich immer wieder, dass es in den Gesprächen mit Hebammen und Ärzten nach der Geburt allein die Notwendigkeit der medizinischen Eingriffe erklären und rechtfertigen. Nach dem Motto: Sei froh, dass Dein Kind gesund ist. Im Krankenhaus ist alles richtig gemacht worden. Meine Klientin und ich haben miteinander gearbeitet. Nach zwei Terminen waren die Alpträume verschwunden.

Wenn Du beim Lesen des Artikels von Christina Mundlos Unruhe in Deinem Körper fühlst oder weinen musst, bitte ich Dich, Dich da liebevoll ernst zu nehmen. Du kannst Dir jetzt sicher sein, dass die Geburt Deines Kindes in Dir seelische Verletzungen hinterlassen hat, die noch integriert (verarbeitet) werden sollten.

Geburtstrauma beim Baby

Wenn Du eins oder mehrerer der Anzeichen aus dem Blogartikel von Christina Mundlos „33 Anzeichen für ein Geburtstrauma“  an Dir erkennst, lade ich Dich ein, dass wir auch auf Dein Baby schauen und es unterstützen, seine Geburtserfahrung zu integrieren. 

Am Ende des Artikels findest Du Adressen von Kolleginnen im ganzen Bundesgebiet, die für Geburtstrauma spezialisiert sind. Gerne berate ich Dich auch persönlich. Ruf mich einfach an.

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Patientenverfügung. Ein starkes Instrument für die Selbstbestimmung in der Geburt

von Christina Mundlos & Doris Lenhard

Sind Geburtspläne sinnvoll?

Vor einigen Monaten wurde ich von der Deutschen Hebammenzeitschrift gefragt, wie ich zu individuell entworfenen Geburtsplänen stehe, die Frauen zur Geburt mitbringen. Meine entnervte Antwort lautete: „Allein die Tatsache, dass wir darüber reden müssen, ob es sinnvoll ist, dass sich Frauen Gedanken über die Geburt ihres Kindes machen und ihre Wünsche aufschreiben, zeigt, wo wir in der Geburtshilfe stehen. Oft mokiert oder ärgert sich das Personal über diese schöne Möglichkeit, die Mutter als Individuum und nicht bloß als Nummer kennenzulernen. Das ist nicht nur anmaßend sondern auch frauenverachtend.“

Eigenverantwortung trifft auf Konflikt-Projektion

Natürlich beginnt die Verantwortung einer Frau in ihrer Mutterrolle bereits lange vor der Geburt des Kindes. Selbstverständlich ist es sinnvoll, sich vor der Geburt mit seinen eigenen Wünschen auseinanderzusetzen, diese schriftlich festzuhalten und dem geburtshilflichen Personal den Geburtsplan vorzulegen. Denn wenn wir genau hinschauen, handelt es sich hier nicht um Wünsche nach dem Motto „Wünsch Dir was!“ Stattdessen setzt sich eine Frau verantwortungsvoll damit auseinander, wie ihr Kind und sie eine Geburt körperlich gesund und seelisch gestärkt bestehen können – im besten Sinne unversehrt.

Das Problem ist nicht, die Existenz eines Geburtsplans. Problematisch ist, dass Geburtspläne von der Klinik ignoriert werden. Manche Hebammen fühlen sich durch das Formulieren der Wünsche der Mütter gekränkt, beleidigt, angegriffen oder infrage gestellt. Wie können Frauen auch auf die Idee kommen, sie wären die Expertinnen für ihre eigene Geburt, für ihren Körper und ihr Baby?! Nicht selten werden die Geburtspläne der Mütter daher ausgelacht oder abfällig kommentiert. Das geburtshilfliche Personal projiziert in die Wunschliste eigene ungelöste Konflikte der Anerkennung von Hebammen und des Machtkampfes zwischen Ärzt*innen und Hebammen hinein. Den berühmten Tritt nach unten bekommen die Gebärende und das Baby ab.

Patientinnen- und Menschenrechte werden missachtet

Oft genug hält sich unter der Geburt in der Klinik dann niemand an die Wünsche der Gebärenden – selbst wenn diese sie extra schriftlich eingereicht haben! Patientinnenrechte werden mit Füßen getreten. Genauso wie unser Grundgesetz: Denn die Würde des Menschen ist unantastbar.

Katastrophal ist, dass das Missachten der Wünsche der Mutter dramatische Folgen für den Geburtsverlauf hat. Jede Hebamme weiß, dass die für eine gute Geburt notwendigen Hormone von der Frau nur ausgeschüttet werden können, wenn sie sich absolut sicher fühlt. Dazu benötigt jeder Mensch, aber besonders die Gebärende Rückhalt.

So hat es auch Doris Lenhard aus Bonn erlebt.

Sie betreut und begleitet seit Jahren Schwangere und Mütter. Sie hat sich spezialisiert auf die vorgeburtliche Beziehung zwischen Eltern und Babys. Als Bindungsanalytikerin stärkt sie Frauen nach Fehlgeburten, traumatischen vorherigen Geburten oder weil sie schlicht und ergreifend einfach Angst vor der Geburt haben. Sie bereitet die Eltern und das Baby ganz konkret auf den Geburtsprozess vor mit einer Hypnobirthing-basierten Geburtsvorbereitung. Hier entwickeln Eltern ihren Geburtsplan anhand fundierter Aufklärung. Manche begleitet sie auch während der Geburt.

Die Geburten ihrer Klientinnen verliefen fast immer gewaltfrei. Die Mütter hatten sich mit ihr intensiv auf die Geburt vorbereitet, eigene Geburtserfahrungen verarbeitet, den Geburtsplan lange vor der Geburt mit den Ärzt*innen besprochen. Doris Lenhard hat sie als Doula während der Geburt begleitet. Zuletzt erlebte sie aber zwei Fälle, bei denen sich Ärzt*innen, Hebammen und Klinik einfach über die Wünsche und Rechte der Mütter hinweggesetzt haben – sogar in Lenhards Beisein. Die Geburtspläne wurden komplett ignoriert. Und das bei einer vorbelasteten Mutter. Obwohl die Klinik wusste, dass hier ein frühestes klinisches Trauma der Gebärenden beachtet und traumasensibel begleitet werden muss. Lenhard war schockiert.

Entwicklung der Patientinnenverfügung durch Doris Lenhard

Als ehemalige Rechtsanwaltsgehilfin kam die clevere Bonnerin dann auf die Idee, eine justiziable Patientinnenverfügung zu entwickeln, um den Wünschen der Mütter mehr rechtlichen Nachdruck zu verleihen. Die justiziable Patientinnenverfügung wirkt allein schon über ihre Begrifflichkeit. Worte sind Macht und formen unser Denken und lösen Reaktionen beim Gegenüber aus. Die juristische Konnotation einer justiziablen Verfügung ist der machtvolle Ausdruck einer Eigensinnigkeit im besten Sinne, der Eigenverantwortung, welcher dem Geburtsplan von Hebammen und Ärztinnen nicht zugestanden worden war.

Der Hinweis auf die Patientinnenrechte und darauf, dass es sich hier um ein rechtlich relevantes Dokument und nicht um einen Wunschzettel aus dem Poesiealbum handelt, führt letztlich dazu, dass das Klinikpersonal mit Eltern auf Augenhöhe kommuniziert und mittlerweile übliche Standards für konstruktive Patientenkommunikation und gesetzliche Standards für Patientenaufklärung einhält.

Inhalte und Aufbau der justiziablen Patientinnenverfügung

Die Patientinnenverfügung enthält ein Anschreiben, in welchem die Eltern zunächst darlegen, welche Kompetenzen sie bereits in der Vorbereitung auf die Geburt erworben haben. Im Anschluss formulieren sie Forderungen, die sie an die Klinik und das gesamte geburtshilfliche Personal stellen. Dass Lenhards Eltern sehr realistische Vorstellungen von den Abläufen im Kreißsaal haben, kann man schnell aus den Patientinnenverfügungen herauslesen. So stimmen sich die Mütter oft mit den Vätern ab, dass sich das geburtshilfliche Personal mit sämtlichen Äußerungen zum Geburtsfortschritt oder zur Erwägung von Eingriffen zunächst ausschließlich an den/die Partner*in wenden soll. Hierzu wird das Personal in der Verfügung dann aufgefordert. So wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es häufig die vielen unbedachten oder auch absichtlich ängstigenden Aussagen unter der Geburt sind, die dazu führen, dass die Mutter sich nicht mehr auf sich selbst und die Geburt konzentrieren und entspannt bleiben kann.

Mutter und Baby schütten Stresshormone aus

Sätze wie „Nur 1 cm in 2 Stunden“ oder „Vielleicht sollten wir jetzt langsam mal die Fruchtblase öffnen“ lösen physiologisch die Ausschüttung von Stresshormonen aus. Diese stören den Geburtsverlauf. Je nach individueller Vorgeschichte der Frau kann dies von leichter Irritation über Stress bis hin zur Reaktivierung eines Traumas reichen. Diese und ähnliche Stressoren führen dazu, dass Gebärende am Ende mürbe sind, sich ausgeliefert fühlen und Eingriffe über sich ergehen lassen. Während es in anderen Kulturen zum Allgemeinwissen gehört, dass ungeborene Babys empfindsame Wesen sind, die auf die Umgebung ihrer Mutter und deren Gefühle reagieren, bleibt dies in Deutschlands Kreißsälen weitestgehend unberücksichtigt. Der Körper der Mutter schüttet sofort Stresshormone aus. Auf den Stress reagiert das Baby, das mit Irritation reagieren kann. Das Baby wird in seiner Geburtsarbeit irritiert und behindert. Lenhards Klientinnen wollen sich mit der Verfügung auch abschirmen und einen Schutzraum schaffen. Alle Infos oder Wünsche des Personals gehen erstmal an die Begleitung der Gebärenden (Vater/Partner*in). Diese entscheidet dann, wie sie an die Mutter weitergetragen werden.

Mit der Patientinnenverfügung Gehör verschaffen

Was auch immer die Schwangeren an Forderungen in die justiziable Patientinnenverfügung aufnehmen, sie stellt ein wichtiges neues Instrument zur Selbstbestimmung dar und ist nur die logische Weiterentwicklung des Geburtsplans. Bedrücken muss einzig die Tatsache, dass sie überhaupt benötigt wird und dass Schwangere versuchen, sich mit Schriftstücken einen selbstverständlichen Schutzraum zu schaffen, den sie nicht mehr vorfinden, weil ihn die richtliniengeleitete, medikalisierte Geburt nicht vorsieht und er von einigen Hebammen oft verwehrt wird. Denn ursprünglich sind Patient*innenverfügungen entstanden, damit die eigenen Wünsche schriftlich vorliegen für den Fall, dass man eben nicht mehr ansprechbar ist und nicht mehr entscheiden kann. Gebärende sind aber (fast immer) noch ansprechbar und können ihre Wünsche und ihre Zustimmung oder Ablehnung mündlich äußern. Doch häufig verhallen ihre Stimmen ungehört. Schwangere brauchen diese Verfügung also weniger für Situationen, in denen sie nicht mehr sprechen können, sondern vielmehr für Situationen, in denen sie keiner hören will!

Justiziable Patientinnenverfügung wird erfolgreich eingesetzt!

Lenhards Klientinnen haben bislang durchweg positive Erfahrungen mit der Patientinnenverfügung gemacht. Zunächst sorgt sie regelmäßig für Irritationen bei Ärzt*innen und Hebammen. Ernst genommen und gehört wurden bisher aber alle der Mütter mit justiziabler Patientinnenverfügung!

Christina Mundlos* & Doris Lenhard

* Mehr Informationen über die Autorin, Beraterin, Doula und Speakerin Christina Mundlos finden Sie hier: http://christina-mundlos.de/