Geburtsbericht: Mit beiden Schultern voran raus aus Mamas Bauch

Unsere wundervolle Tochter ist am 3. Juni 14:56 mit 3470 g und 47cm gesund in der Geburtswanne auf die Welt gekommen. Die Fruchtblase ging am 3. Juni um ca. 04:20 Uhr auf und wir waren ungefähr ab 6:30 Uhr in der Uniklinik. Es war eine wunderbare sehr selbstbestimmte Geburt ganz nach unseren Vorstellungen und Wünschen. Wir haben nur das zugelassen was wir wollten und haben uns erfolgreich gegen unnötige Untersuchungen aussprechen können. Mein mann war der perfekte Geburtsbegleiter und hat mich super angeleitet und unterstützt. Es war ein tolles Erlebnis und allem voran eine wirklich natürliche Geburt ohne PDA oder sonstiges Eingreifen. Allerdings gab es gegen Ende der Geburt eine Überleitung von der Hebammen geführten Geburt hinüber zur ärztlich geleiteten Geburt da grünes Fruchtwasser kam und das somit ein Ausschluss Kriterium für die Hebammen geleitete Geburt war. Jedoch war die hinzu gerufene Ärztin derart im Hintergrund, so dass ich sie nicht bemerkt habe und sie vor allem nicht eingreifen musste, da sonst alles in Ordnung war. Sie ging auch wieder sobald unser Baby da war und kam erst wieder um mich später zu untersuchen. Obwohl B. mit einer Wehe auf einmal und mit beiden Schultern gleichzeitig kam, hatte ich keine Geburtsverletzung. Lediglich ein kleiner innerer Riss der nicht genäht werden musste. Die Hebamme ließ uns unglaublich viel Zeit fürs Bonding und unser Baby war stets bei uns auf der Brust oder in unseren Armen. Ich bin sehr begeistert von der Uniklinik. Direkt nach der Geburt sagte ich, dass ich wieder eine Geburt mitmachen würde. Mir ging es bis auf bisschen Kreislauf Probleme wirklich gut und ich sah wohl ganz fit nach der Geburt aus. Einfach schön unsere Geburt.

Anmerkung: 
Dies waren die jüngsten werdenden Eltern, die ihren Hypnobirthing Kurs mit mir gemacht haben. Das Baby hatte sich überraschend früh auf den Weg zu seinen Eltern gemacht, Mama und Papa waren mitten in ihrer Ausbildung. Die werdende Mama hatte zur Sicherheit ihres Babys ein Beschäftigungsverbot. Nach dem ersten Hypnobirthing-Abend baten sie mich um ein persönliches Gespräch. Sie wollten mehr über meine Haltung wissen, ob ich dogmatische Verfechterin einer natürlichen Geburt bin.
Ein Baby im Bekanntenkreis war mit einer geburtsbedingten schweren körperlichen und geistigen Behinderung geboren worden. Sie erzählten wir, dass der Arzt zum Kaiserschnitt gedrängt hatte, während die mitgebrachte Beleghebamme darauf drängte, dass das Baby natürlich geboren werden müsse. Hierauf vertrauten die Eltern vor 12 Jahren.  

Mein unverhandelbarer Wert: Sicherheit unter der Geburt.

Nachdem sie sich nun sicher fühlten, dass ich sie darin unterrichte, mit ihrem Geburtsprozess zu fließen und selbstbestimmte verantwortungsbewusste Entscheidungen während der Geburt treffen zu können, waren sie erleichtert.  

Wenn Eltern in einem guten Kontakt mit ihrem Körper, ihrem Bauchgefühl und dem Baby sind, bemerken sie, wenn ihr Baby unter der Geburt medizinische Hilfe braucht. Nur ein Baby im Bauch und die Gebärmutter spüren sicher, wie das Baby sicher geboren werden kann. Dies können Eltern mit einer fundierten Vorbereitung in der Schwangerschaft wahrnehmen und ihrem Baby dann helfen. 

Die Klinik-Hebamme hatte mit dem werdenden Papa vor der Tür über die leichte Verfärbung des Fruchtwassers gesprochen. In einer solchen Situation beziehen die Väter ihre Frauen wieder in die Informationen über den Geburtsverlauf ein. Selbstbestimmt übernahmen die blutjungen Eltern alle Verantwortung und entschieden auf Augenhöhe mit der Hebamme:

Kein Risiko, Kaiserschnitt.

Doris Lenhard Vater-Mutter-BabyIch war sofort von der Uniklinik Bonn angetan, als ich erfuhr, dass die DREI, die mir ans Herz gewachsen waren,  nicht sofort mit wehenden Fahnen in den OP geschoben, die Eltern nicht unter Druck gesetzt wurden, sondern die Geburt unter ärztlicher Aufsicht weiter natürlich verlaufen durfte. Ein zweites Qualitätsmerkmal ist für mich, dass die bestimmt mehr als 10 Jahre ältere Hebamme, die gerade den Dienst begann nicht mit dem Vater darüber diskutiert hat, was ihm denn einfiele so mit ihr zu reden. Die Paare aus meiner Obhut bereiten in einem persönlichen Geburtsplangespräch in der Klinik ihre Wünsche mit schriftlichen Unterlagen konkret vor.
Als nun die Schicht begann und die Hebamme, wie sie es täglich tut, ihren Dienst mit der Gebärenden beginnen wollte, schützte der Papa den ruhigen Schutzraum für seine Frau:
„Haben Sie unsere Akte nicht gelesen? Das wollen wir nicht. Gehen Sie nochmals raus und kommen Sie wieder, wenn Sie sich informiert haben.“ Am nächsten Tag hatte der frisch gebackene Papa die Abschlussprüfung seiner Ausbildung.

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